Nörgler haben mehr Schlafstörungen

Das Leben ist ein Jammertal. Wissen alle. Gründe zum Jammern und Nörgeln gibt es schließlich genug. Es regnet und dann tropft der Wasserhahn auch noch.

Der Bus fährt einem vor der Nase weg, das ist einfach ungerecht. Die Liste der Gemeinheiten so eines Tages lässt sich endlos fortsetzen.

Dann folgt man am besten dem Ratschlag, dass man nicht alles in sich reinfressen soll. Also wird gejammert und genörgelt was das Zeug hält. Die Deutschen sollen in dieser Disziplin ja regelrechte Meister zu sein.

Jetzt hat man in Studien herausgefunden, dass ständiges Jammern unser Gehirn verändert. Der andauernde Negativreiz trainiert unser Gehirn dahingehend, dass wir Dinge schneller in ein negatives Licht stellen. Unser Gehirn legt Muster an, die schnell abgerufen werden können. Das tut es, weil es keinen Sinn macht, jede gemachte Erfahrung neu zu analysieren und zu interpretieren. Das Gehirn hat Synapsen, die die Informationen transportieren, diese rücken dichter zusammen, wenn ähnliche Gedanken und Gefühle sich wiederholen. Fährt dann der Bus mal wieder ohne uns los, nimmt dieser Reiz den kürzesten Weg und landet bei der negativen Auslegung, mit den entsprechend schlechten Gefühlen.

Andere Untersuchungen haben gezeigt, Jammern führt zu Stress im Körper, es wird vermehrt Cortisol ausgeschüttet, und es macht vergesslich. Es hat Auswirkungen auf das Immunsystem und kann Schuld an Schlafstörungen sein.

Wolfgang Claussen

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