die nordstory: Selbst gemacht - Selbst ackern ist Kult

Produzieren statt nur zu konsumieren, das Selbermachen erlebt weiter einen Aufschwung. Private Bierbrauer rebellieren mit ihrem Produkt gegen den fahlen Einheitsgeschmack der Industriegetränke.

Familien möchten wissen, woher ihr Essen kommt. Selbst angebaut, selbst designt, selbst gebraut und selbst genäht, das ist ein Trend, der auch im Norden zu spüren ist. "Die nordstory" hat kreative Norddeutsche besucht.

Sechs grundverschiedene Frauen, eine Archäologin, Masseurin, Kindergärtnerin, Sozialpädagogin, Sprechstundenhilfe und Mutter, machen in Kiel gemeinsame Sache. Im ihrem LadenGUT bekommen nicht nur ihre eigenen von Hand gefertigten Dinge auf kleinem Raum eine große Chance. Das Angebot aus Kiel ist mittlerweile ein Geheimtipp unter Kreativen. Die Nachfrage steigt so stark, dass auch andere Kunstschaffende einzelne Fächer und Flächen im Laden mit Galerie anmieten können.

Nicht kaufen, sondern eigenständig für gesunde Lebensmittel sorgen: Mirjam und Eike Gebers sind seit zwei Jahren begeisterte Biogemüsegärtner. Allerdings nicht im eigenen Garten hinterm Haus, den Anbau von Kohlrabi, Möhren, Salaten und Co. betreiben die beiden für sich und ihre zwei Kinder lieber ganz trendy auf einem Acker des Oesenhofs in der Nähe von Bad Fallingbostel. Ihre 50 Quadratmeter große Parzelle hat die Familie von Mai bis Oktober von den Biolandwirten Eva und Jan Meyerhoff gepachtet. Die beiden Profis haben 2016 insgesamt 45 Parzellen bestellt und im Frühling an Biogemüseliebhaber wie die Eheleute Gebers abgegeben, professionelle Beratung inklusive.

Während viele Einzelhändler in der Neustrelitzer Einkaufsstraße über mangelnde Kundschaft klagen, gehen die Leute im Laden von Barbara Suhr stetig ein und aus. Dort wird gestrickt, gehäkelt und genäht. Ihre Handarbeitskurse sind immer schnell ausgebucht. Liegt es an dem gemütlichen Laden namens Hauptsache Kreativ! oder hat Barbara Suhr einfach den Nerv der Zeit getroffen? Haben Kunden Billigimporte aus Südostasien satt? Eines steht zumindest fest: billig ist das Hobby Selbermachen nicht. Was Barbara Suhr ihren Kunden bietet, ist eine Rieseninvestition: Allein alle Knöpfe zusammen haben den Wert eines Mittelklassewagens.

Lars Großkurth ist weder handwerklich begabt noch gelernter Brauer. Trotzdem ist er unter die Craft-Beer-Brauer gegangen. Craft heißt Handwerk. Gemeint ist damit, Bierbrauen wie anno 1516, als auch das berühmte Reinheitsgebot entstanden ist. Das Brauen von Craft-Beer liegt weltweit im Trend. Inzwischen stellen die "Bierhandwerker" ihre Bier schon lange nicht mehr im Kochtopf in der heimischen Küche her. Vor allem in großstädtischen Szenevierteln gibt es immer mehr kleine trendige Brauereien. Lars Großkurth hat die sogenannten Micro-Breweries in den USA kennengelernt und bei ihnen eine Biervielfalt entdeckt, die er in Hamburg vermisste. Eine Million Euro haben er und seine Mitstreiter in eine neue Brauerei investiert.

Die 60-minütige Sendung "die nordstory: Selbst gemacht - Selbst ackern ist Kult" ist am Freitag, 20. Januar, um 20.15 Uhr im NDR Fernsehen zu sehen.

(NfI)

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